Kunst & Architektur #6 DIE ÄSTHETIK DER ZEITLOSIGKEIT

Sowohl Innen als auch Außen wird die DNA als kreatives Gestaltungselement erlebt, das diesem Gebäude einen ganz eigenständigen Charakter verleiht. Die Lichter, Farben, Klänge und Schwingungen winden sich über 150 Meter durch Treppenhäuser, Eingänge, Durchgänge, bis hinaus auf die Terrasse und auf die Fassade. Die Veränderungen der DNA bewegen sich aber bewußt an der Wahrnehmungsschwelle.

Dieses Kunstwerk ist keine »schreiende« Aktion, keine spektakuläre Performance, die mit der Faust aufs Auge schlägt, sondern ein subtiler Eingriff, eine sensible Intervention mitten im Alltagsraum dieses Hauses. Die Ästhetik ist getragen von feinen Nuancen, schier unendlich langsamen Veränderungsprozessen und von einer räumlichen Tiefe, Vielschichtigkeit: Die Klänge sind meist zurückhaltende, zarte Klangfarbenkompositionen, sanft schwingende, schwebende, vibrierende Luft.

Man weiß auch nicht, von wo sie herkommen, sie füllen diese hohen Treppenhäuser, diesen anscheinend leeren Raum in diesem Haus, mit sinnlichen Informationen. Die Lichter und Farben verändern und verwandeln sich synchron zu den Klängen. Die beiden Lichtstränge der DNA bringen einander in Schwingung: einmal resonieren sie im Einklang und einmal dissonieren sie in zwei Lichtfarben, die sich ganz fein zueinander verschieben – ein Aneinanderreiben an der Wahrnehmungsschwelle des Betrachters.